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Engagement für Flüchtlinge und Klima

Erstellt von Pia Meier |
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Am vergangenen Sonntag hat der Gemeinderat Küsnacht zum Neujahrsapéro eingeladen. Im Mittelpunkt standen die Verleihung des Gesellschaftspreises 2022 an die Freiwilligen vom «Sonnenhof» und des Labels «Energiestadt Gold».

Gemeindepräsident Markus Ernst (FDP) freute sich, dass der Neujahrsapéro wieder mit vollem Programm live in der Heslihalle Küsnacht stattfinden konnte. Nach der Corona-Pandemie habe aber der Krieg in der Ukraine Einfluss aufs Leben gehabt. Küsnacht habe über 100 Flüchtlinge aufgenommen und niemand habe dies infrage gestellt, was ihn freue. Viele Involvierte würden sich für die Flüchtlinge im «Sonnenhof» einsetzen und für eine hohe Qualität der Betreuung sorgen. 

«Aber auch das normale Leben geht weiter», so Ernst weiter. Er ging kurz auf das vergangene Jahr ein, vom Start der Tour des Suisse über die Architektur­wettbewerbe «Wohnen im Alter» bis zum Weihnachtsmarkt. Auch dieses Jahr sei einiges geplant: Einweihung KEK (28. Januar), Einweihung Feuerwehrgebäude (13. Mai) und Ende der Bautätigkeit beim Bahnhof (Oktober). «Aber auch politisch wird das Jahr mit den anstehenden Wahlen spannend», hielt Ernst fest. 

Engagement vieler Freiwilliger

Alle zwei Jahre verleiht der Gemeinderat Küsnacht den Gesellschaftspreis. Gemeinderätin Pia Guggenbühl (FDP) wies auf die hohe Anzahl Freiwilliger hin, die sich ausserordentlich für die Flüchtlinge aus der Ukraine im «Sonnenhof» engagieren. «Mit dem Gesellschaftspreis zeichnen wir dieses Jahr Menschen aus, die tagtäglich Grosses in der Flüchtlingsarbeit leisten – fernab der grossen Bühne, hinter den Kulissen», sagte Guggenbühl. 

Es seien einerseits in der Freiwilli­genarbeit langjährig fest verankerte ­Küsnachterinnen und Küsnachter und andererseits neu engagierte Expats, die infolge des Ukraine-Kriegs hinzugekommen sind. Sie begleiten die Asylsuchenden. Nun gehe es darum weiterzumachen. Integration, Ausbildung und Arbeit seien die Themen. Stellvertretend für die Leistungen aller involvierten Freiwilligen wurden am Neujahrsapéro sieben Personen mit dem mit 5000 Franken dotierten Gesellschaftspreis ausgezeichnet. 

Der freiwillige Flüchtlingshelfer Ale­xander Lüchinger machte den Anfang und übergab dann Flüchtlingsfrau Olena Yurchuk, von Beruf Ärztin, das Wort. Sie bedankte sich mit einer eindrücklichen deutschen Rede bei den Küsnachterinnen und Küsnachtern für die Aufnahme. ­Daniela Bärtschi hob die schöne Arbeit hervor und die Solidarität, «das selbstverständliche Gebot christlicher Nächstenliebe». Unternehmer Alexander Lüchinger sowie das Ehepaar Ulrich und Daniela Bärtschi gaben letztlich den Ausschlag für die Rolle der Gemeinde Küsnacht als Flüchtlingshotspot. Den Abschluss machten Gaby Bosch und Sabine Kipfer. Sie engagieren sich bereits seit 2015 für Flüchtlinge. 

Küsnacht in der Super-League

Walter Kubik, Botschafter Energiestadt, verlieh der Gemeinde Küsnacht das Label «Energiestadt Gold». Er hielt in seiner Ansprache fest: «Als Botschafter des Trägervereins von Energiestadt und ehemaliger langjähriger Vorsitzender der Labelkommission ist es mir eine Ehre und ein Vergnügen, bei Ihnen zu sein. 22 Jahre Energiestadt, davon 12 Jahre mit dem Gold-­Zertifikat, sind ein guter Grund für eine Feier. Sie haben es verdient. Küsnacht nutzt heute gut 80 Prozent seines Potenzials und bleibt damit in der Super-League der Gold-Energiestädte.» 

Die Gemeinde sei auf dem langen und oft unbequemen Weg, sich aus der Abhängigkeit von nicht erneuerbaren Rohstoffen zu befreien. «Abhängigkeit macht erpressbar», so Kubik. In den letzten zwei Jahren sei viel geschehen. Die CO2-Emissionen im Gebäudebereich seien um 78 Kilogramm pro Einwohner und Jahr gesenkt worden, der Gasverbrauch sei nicht mehr angestiegen. Die Gewinnung erneuerbarer Energie übersteige die Prognosen deutlich. Vor allem gebe es einen grossen Zuwachs an Photovoltaikanlagen. Andererseits könne bei gemeinde­eigenen Liegenschaften noch viel verbessert werden. Bei der Vision 2040 zur ­kommunalen Klima-, Grünraum- und Energiepolitik bekommen auch Raumplanung, Lebensraumvernetzung und Biodiversität ihren oft wenig beachteten Raum. «Macht zügig weiter», schloss Kubik. 

Gemeinderat Gauthier Rüegg (FDP) freute sich: «Es macht schon etwas stolz, dass es uns gelungen ist, als ‹Energiestadt Gold› rezertifiziert zu werden.» Diese Auszeichnung sei für die tagtäglichen Bestrebungen der Gemeinde, der Verwaltung für die Senkung von Treibhausgas und für einen nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen. «Eine Auszeichnung, dass wir in Küsnacht dranbleiben und Ausdauer beweisen.» Es brauche Engagement von jedem Einzelnen. «Im letzten Jahr sind über 100 Fördergesuche für Photovoltaikanlagen, Energiespeicher und Anschluss an die Fernwärme eingegangen. Ein Rekord.» Der gut besuchte Anlass wurde von der Jugendmusik unterer rechter Zürichsee unter der Leitung von Christian Bachmann musikalisch begleitet. Abgeschlossen wurde er mit einem reichhaltigen Apéro und Gesprächen. Der unerwartete Rücktritt von Gemeinderat Urs Esposito war da sicherlich an manchem Tisch ein Thema.